Kneester – ein Knieschutz mit Sitz

[Anzeige] Wer kennt es nicht – Unkrautziehen, Fliesen legen oder Putzen oder auch schon Spielzeug auf dem Kinderzimmerfußboden sortieren. Man kniet sich hin, konzentriert sich darauf, was die Hände so tun, und irgendwann tun – bei hartem Boden – die Knie weh oder, was mir ständig passiert, es schläft das Bein oder der Fuß ein, sodass man ständig die Position ändern muss.

Auf dem Blog Produkt-Tests.com habe ich von einem „Ding“ namens Kneester gelesen und fand die Idee von Anfang an genial. Über die Bloggeraktion wurde mir nun tatsächlich so ein Kneester kostenfrei für einen ausführlichen Test zur Verfügung gestellt.

Der Kneester ist eine Kreuzung aus Kniepolster und Arbeitshocker. Er ist DIN EN 14404 (diese Norm legt die Anforderungen an „Knieschützer für Arbeiten in kniender Haltung“ fest) geprüft und CE-zertifiziert. Der Kneester gehört zum Typ 4, das heißt, der Knieschutz ist Teil einer Vorrichtungen mit zusätzlichen Funktionen ist – in diesem Fall mit Gestell zum Sitzen. Er ist außerdem in der Leistungsstufe 2, das heißt, er bietet Schutz gegen Durchstich.

Das Prinzip ist einfach: im Wesentlichen besteht er je Bein aus einem leichten Aluminium-Gestell in das zwei Kniepolster (eines für das Knie und eines für die Po-Backe der entsprechenden Seite) eingespannt sind, die mit zwei Gummibändern am Körper befestigt werden können. Der Kneester wird nun mit dem einen Band an das Knie und mit dem unteren von hinten an die Knöchel gebunden, sodass man mit dem ganzen Gestell herumlaufen kann wie bei normalen Kniepolstern auch, jedoch kann man sich hinknien und hat so direkt einen Sitz.

Nach dem Anpassen der Gummibänder gelingt das „Anziehen“ des Kneesters schnell und leicht. Einfach hineinstellen und die Bänder um Kniekehle und Schienbein legen und einhaken.

Obwohl jede Seite nur 1,4 kg wiegt und vom Gewicht her leicht tragbar ist, läuft man wie ein Roboter, da das Abrollen des Fußes nicht so gut klappt. Obwohl die Kneester universal für jede Körpergröße geeignet sein sollen, ist das Laufen für mich mit nur 1,59m Körpergröße kaum möglich, da das gesamte Gerät leider ca. 5cm länger als mein Bein (ab den Knien abwärts) ist, sodass das Gestell zuerst auf dem Boden auftrifft und dann erst mein Fuß – zeitgleich wird das Kniepolster entsprechend nach oben gedrückt. Das finde ich sehr ärgerlich, dass kleine Menschen hier dermaßen benachteiligt werden und eine wesentliche Funktion – das Laufen – nicht möglich ist.

Der Kneester ist – wenn man steht – 56cm hoch (Oberkante Kniepolster), die Sitzhöhe beträgt 30,5cm.
Da ist es kein Wunder, ist die Oberkante meiner Kniescheibe mit Schuhen nur 49cm über dem Boden. Lässt man 2cm bequemen Rand des Kniepolsters stehen, ist man wieder bei den 5cm zuviel.

Bei meinem Mann mit 1,77 m geht es gerade so mit dem Laufen, obwohl es auch bei ihm eher nach Roboter aussieht.
Ich würde also mal behaupten, der Großteil der Frauen kann den Kneester nicht anständig nutzen. Also eigentlich jeder, dessen Oberkante Kniescheibe weniger als 55cm hoch ist.

In die Sitzposition geht man am besten erst mit dem einen und dann mit dem anderen Bein. Im Sitzen sind die Knie wirklich angenehm gepolstert – wie klassische Kniepolster. Auch hier wird wieder deutlich, dass der Kneester eher für große Menschen konzipiert ist. Für mich müsste er etwas kürzer und auch niedriger ausfallen für die perfekte Sitzposition – im ersten Moment dachte ich, ich würde nach vorn kippen. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber an die eher hohe Sitzposition und Arbeiten vor einem gelingen angenehm.

Gerade bei längeren Arbeiten am Boden bemerkt man nun die Erleichterung, vor allem bezüglich meines Hauptproblems bei knienden Tätigkeiten: keine eingeschlafenen Füße mehr!
Die Füße hängen ja hinten im Gestell unter den Sitzpolstern, anstatt dass die Blutzufuhr zwischen Hintern und Boden eingeklemmt gestoppt wird, und sind somit in einer entspannten Position ohne jede Belastung (meine Gummistiefel lassen leider keine gestreckten Füße zu, aber die Fußspitzen hatten wirklich keine Last zu tragen). Das breite Gummiband schnürt auch nicht ein, sodass der Kneester somit auch für mich (Pygmäe) ein wertvoller Gewinn bei der Garten-, Haus- und Heimwerker-Arbeit ist.

Kneester gibt in seiner Produktbeschreibung noch an, dass die Teile austauschbar sind. Dies habe ich auch einmal ausprobiert, und tatsächlich, die Polster hängen auf Hülsen, die mittels Gewindestange und Inbus-Schrauben am Gestell befestigt sind. Leider habe ich jedoch über google keinerlei Kneester-Ersatz-Kniepolster finden können. Laut Herstelleraussage können diese jedoch direkt bestellt werden.


Fazit:

Ich würde mir jetzt nur noch eine kleinere oder größenverstellbare (dann aber mit Schnellspannsystem) Version des Ganzen wünschen.
Das Gehen ist auch bei passenden Personen schwierig, sodass er nur für kleinere Transporte genutzt werden kann. Mal die Treppe runter in den Keller und mit dem Sack Fliesenkleber wieder hoch ist hiermit nicht einfach möglich.

Der Gedanke, die Kniepolster mit einem Sitz zu kombinieren und dann auch noch die Unterschenkel so angenehm zu entlasten verdient definitiv einen Daumen hoch.

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