Ravensburger EcoCreate Decorate Your Room

[Werbung] Überraschenderweise ist mir ohne Vorankündigung das „Ravensburger EcoCreate 18145 – Decorate your Room“ im Rahmen der Ravensburger Produkttester Lounge geliefert worden. Da dies aufgrund der Vielfalt nicht „mal eben so“ getestet ist, wird dieser Beitrag auf jeden Fall noch entsprechend erweitert. Meine Tochter freut sich schon sehr auf die spannenden Basteleien aus….Müll.

Die EcoCreate Sets sind eine tolle neue Möglichkeit, Kindern das Thema Upcycling nahe zu bringen.

Mit den EcoCreate Sets können Kinder mit nicht mehr benötigten Materialien aus dem Haushalt (also z.B. Milchtüten und Toilettenpapierrollen) und den in den Sets enthaltenen Bastelmaterialien tolle Upcycling-Produkte herstellen. Das größte Set „Decorate your Room“ hat dazu noch einen dritten Nutzen – man bastelt hier wirklich sinnvolle Gegenstände, die nicht nur sinnlos herum stehen, sondern zusätzlich auch noch zum Ordnung halten animieren. In dem Set enthalten sind Anleitungen und Materialien für:

• Stiftehalter mit süßen Tier-Gesichtern
• reichverzierte Traumfänger
• geschicktes Schubladenelement aus Saftkartons zum Aufbewahren von allerlei Krimskrams
• Lichterkette aus Eierkartons mit Wolle verziert
• Pinnwand aus alten Kartons, z.B. für deine Lieblingsfotos oder Glückwunschkarten

Vor allem die Idee mit den Schubladenelementen aus Milchkartons hat uns besonders angesprochen, aber auch die Eierkarton-Eis-Lichterkette sieht total niedlich aus und wir freuen uns schon darauf, uns in die Kreativität zu stürzen.

Heute haben wir noch nichts gebastelt, aber uns den Inhalt schon mal genauer angesehen.

Neben einer ausführlichen Anleitung finden wir hier 11 Bögen mit Mustern oder Motiven, Wolle, Perlen, Acrylfarben (so, wie wir sie von Malen nach Zahlen kennen), Leim (Pulver), Firnis, Gummischnur, ein Prickelstift, eine Unterlage aus Filz, um den Tisch nicht zu beschädigen, und einen Pinsel. Zusätzlich ein kleiner Zettel, wie man zum Klimaschutz beitragen kann.

Zusätzlich benötigt man aus dem Haushalt: 4 Kunststoffflaschen, 2 Eierkartons, 7 quadratische TetraPacks, 3 Müslipackungen, 2 große Cerealien-Packungen, 15 Toilettenpapierrollen und einen Karton für Taschentücher. Was mir hier auf den ersten Blick auffällt ist, dass unsere Bio-Ceralienpackungen zu klein sind, um die quadratischen TetraPacks aufzunehmen. Ich muss mich hier erst einmal intensiv auf die Suche begeben und Frühstücks-Krams kaufen, den ich sonst nie kaufen würde – und das gleich doppelt. Uff. Gleiches gilt für die Taschentuch-Kartons. Und dass Pfandflaschen zerstört werden, ist mir auch immer ein wenig ein Dorn im Auge. Außerdem müssen wir nun erst einmal Toilettenpapierrollen aufheben, ebenso wie Milchpackungen. Ich melde mich also zurück, wenn wir oft genug auf der Toilette waren 😉 Wir freuen uns schon auf die spannenden Bastelprojekte.

@ravensburgerglobal ravensburgerprodukttest ravensburgermoment

Der Traumfänger

Zuerst wollte unsere Tochter den Traumfänger basteln. Dieser ist aus Dingen, die wir eigentlich ohnehin da haben. Eine kleine Cerealienpackung, eigentlich nur wegen der Pappe, und das wars.

Unsere Tochter ist 9 und in der Schule auch ohne Anstrengung überdurchschnittlich gut. Bislang konnte sie alles, wo 6+ drauf stand, auch ganz ohne Hilfe. Hier sah es anders aus.

Zuerst musste man die Schablone ausschneiden, auf die Pappe legen und dort drumrum malen. Dann die Pappe ausschneiden, mit dem Prickstift Löcher hineinbohren und den Ring mit der pinken Farbe anmalen. Soweit so gut. Die Farbe deckt sehr schlecht auf der glatten Pappe, also sollte man besser die andere Seite anmalen.

Anschließend soll man noch den Stern mit dem „Leim“ (Kleister, den man erst anrühren muss) aufkleben. Bis der Kleister angerührt ist, vergehen jedoch 2 Stunden Wartezeit. Und das nächste Problem ist, dass er sehr schlecht klebt. Einen Prittstift beizulegen wäre sehr viel einfacher und kindgerechter gewesen.

Als nächstes, nach dem Trocknen des Sterns, soll man mit dem Prickstift Löcher in die Spitzen stechen.

Nun geht es los, und ab hier hat die Selbständigkeit unserer Tocher vollständig geendet:

Die dicke Wolle soll durch die kleinen Löcher gefädelt werden. Viel Spaß dabei!

Zum Glück haben wir ein großes Repertoire an Bastel- und Nähsachen und mit einer Sticknadel ging das ganze dann einigermaßen. Ohne so etwas zuhause – chancenlos.

Nun soll ein 3m langes Stück vom Knäuel abgeschnitten werden. Es ist aber nur ein etwa 3m langes Stück im Karton drin. Also knapp länger. Soll man hier nun 3m abschneiden? Und wenn einem dann am Ende doch ein paar Zentimeter fehlen? Wir haben beschlossen, das ganze Stück zu nehmen.

Weiter ging es dann mit dem WIE es einzufädeln ist. In der Anleitung ist nur Bild des fertigen Zustands. Kein „erst hier rein, dann da rein“. Hier hört dann das Verständnis auf – wie soll ein 6 jähriges Mädel das kapieren, wenn man als Mama 10 Minuten überlegen und probieren muss, wie dieses Muster entstehen könnte?

Irgendwann hatten wir – nein, ICH – es dann raus und das Außenmuster war fertig. Nun konnte der Stern rein. In diesen sollte man genau bei den aufgedruckten Kreisen, die Löcher für den Faden rein pricken. Meine Tochter hat punktgenau getroffen. Leider ist dies so knapp am Rand, dass dieser eingerissen ist. Wir haben versucht, diesen einzunähen, aber es hat leider nicht geklappt, sodass wir ihn weg gelassen haben. Mal davon ab, bin ich bis heute nicht drauf gekommen, wie man denn hier schon wieder den Faden spannen soll – es gehen 3 x 3 Fäden hin, was aus meiner Sicht nicht auf geht (am Ende ist man immer mit dem Faden in der Mitte und hat ihn irgendwo doppelt).

Als nächstes kommen die Federn. Auch diese werden auf die Pappe aufgekleistert und müssen erst einmal trocknen. Wieder eine Unterbrechnung.

Für diese soll man auch Faden abschneiden, doch was nun? 3 mal 1m und den dann in 3 Teile? Also 33 Zentimeter? Dann hat man also dann 9 Fäden in 33cm Länge und das von dem insgesamt nur gute 3m langen Faden? Häääh? Die Anleitung ist hier sehr sehr unklar.

Wir haben dann einfach geguckt, wie lang der Faden etwa sein muss, um mit den Federn und Perlen am Ende oben anzukommen.

Das Ergebnis war jedoch ernüchternd. Ich habe es zwar schon hinzudrehen versucht, aber leider drehen die Federn sich dann doch wieder und statt der schicken Aufkleber sieht man ein paar Schokokissen, denn die Rückseite ist komplett hässlich.

Nach dieser unschönen Erfahrung hatte Töchterchen dann keine Lust mehr.

Irgendwann konnte ich sie motivieren, doch noch die Schubladenkästchen zu versuchen.

Schubladenkästchen

Die Schubladenkästchen fand ich eigentlich so vom ersten Anschauen die beste genialste Idee. Wir mussten erst einige Milchpackungen sammeln und extra Cornflakes kaufen in einer riesigen Packung.

Diese werden auf die Länge der Milchpackungen gekürzt und aufeinander geklebt mit dem Kleister.

Dann werden rechts, links und oben die schönen beiliegenden Papiere aufgeklebt.

Diese wurden durch den Kleister richtig schrumpelig.

Die Milchpackungen werden oben geöffnet und mit den Acrylfarben, die wir auch von Malen nach Zahlen kennen, angestrichen. Hier ein weiterer Rückschlag. Auch nach dreimaligem Anpinseln sind noch Kühe sichtbar. Und entgegen der Anleitung reichte die Farbe nur für 3x den vorderen Bereich anpinseln. Töchterchen war das zu doof, sie hatte einfach keinen Bock mehr auf die Enttäuschungen dieses Sets, und so habe ich allein zuende gebastelt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen – NICHT!

Die Schrumpel sind noch da, die Ecken stehen ab, die Schachteln kippen schräg, die Schubladen passen von der Breite nicht rein und rausstehen lassen darf man sie nicht, weil Kühe, Kalorien und Barcodes aufgedruckt sind.

Das ganze sieht einfach aus wie ein Haufen Müll.

Bislang fand ich alles von Ravensburger sehr schön und durchdacht und auch dem aufgedruckten Alter entsprechend, aber dieses EcoCreate ist super UNdurchdacht. Man kann mit Upcycling so viele schöne Dinge machen, es muss nicht so doll nach Müll aussehen, dass man es am liebsten gleich wieder dort hinein befördern möchte.

Die Anleitungen sind uneindeutig selbst für Erwachsene, die Materialien knapp bemessen und man muss sich eine Menge Kram kaufen, den man sonst nicht kaufen würde. Das Ergebnis ist dafür dann auch noch so potthässlich, dass selbst ein Kind nicht stolz auf das Ergebnis ist.

Tut mir leid, Ravensburger, aber dieses Produkt ist durchgefallen!

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