Staubsaugerroboter mit Wischfunktion – Ecovacs Deebot DM81Pro

[Werbung] Ich freue mich riesig, endlich mal einen Staubsaugerroboter testen zu dürfen, sogar einen mit Wischfunktion. Der Reviewclub stellt mir für einen ausführlichen Test für einige Wochen einen Ecovacs Deebot DM81Pro von der Firma Ecovacs kostenfrei zur Verfügung. Danach muss ich ihn (leider) zurück geben.

Bei unserer 80 Quadratmeter großen Wohnung kann man von einem wirklich erschwerten Testegelände sprechen, denn wir haben zwei Krümelmonster im Haus, zwei richtige Hausdrachenkinder, die gar nicht einsehen, ihre Schuhe ausziehen zu müssen, wenn sie von draußen kommend „nur mal kurz was holen“ müssen. Auch mit dem Aufräumen ist es so eine Sache…es gibt Playmobil-Einzelteile, Spielzeugautos und alles mögliche an Spielzeug, das selten brav weggeräumt ist, einzelne Socken, die unter dem Sofa verschollen sind, und wegen der beengten Platzverhältnisse auch viele Nischen und einen kleinen Esstisch mit verschiedenen Stühlen. Ja, es steht leider sogar der Wäscheständer im Wohnzimmer, seit wir das zweite Kinderzimmer eingerichtet haben. Ein weiterer schwieriger Test für den Kleinen sind meine einen Meter langen Haare, die hier und da herum liegen.

Der Deebot DM 81Pro hat einen Durchmesser von 34,8 Zentimeter und ist  7,9cm hoch und hat einen modernen silberfarbenen Look. Ein wirklich sehr niedliches Ding, das meine Kinder sofort „Staubi“ getauft haben. Der Saug-Wisch-Roboter hat eine „5-Stufen-Reinigung“, denn er kann fegen, Schmutz lösen, saugen und sowohl feucht, als auch trocken wischen. Er ist für Teppich und Hartboden geeignet. Er ist für Tierhaare und hat einen HEPA Filter.

Geliefert wird der Roboter vorsichtig verpackt in einem großen Karton mit folgendem Inhalt:

  • Bodenreinigungsroboter
  • Ladestation
  • Staubbehälter
  • Wassertank / Wischaufsatz
  • 2 Wischbezüge
  • Fernbedienung inkl. Batterien
  • Messbecher
  • Reinigungswerkzeug (in der Klappe)
  • 1 Ersatz-Filter
  • 2 Seitenbürsten zum direkten Anbau sowie 2 Ersatz-Seitenbürsten
  • 1 Akku für den direkten Einbau
  • Benutzerhandbuch


Dem Lieferumfang sogar mit Ersatzteilen kann man hier erst einmal volle Punktzahl geben, ebenso der detaillierten Anleitung in tadellosem Deutsch.

Vor der Nutzung wird diese natürlich erst einmal gründlich gelesen. Da geht es auch schon los…

Räumen Sie den zu reinigenden Bereich frei. Entfernen Sie Stromkabel und kleine Gegenstände, in denen sich das Gerät verfangen könnte, vom Boden (…) Achten Sie darauf, dass Vorhänge, Tischdecken u.ä. nicht bis zum Boden herunter hängen.

UFFZA! Also jeden Tag den Stecker meines Massagesessels ziehen sowie das der Stehlampe im Schlafzimmer? Jeden Morgen die Gardinen der Terrassentür nicht nur öffnen sondern auf den Sessel HOCH legen? Die Sofadecke schmaler nähen, damit sie nicht vom Sofa herunterhängt? Die Kinder dazu bekommen, ihre Spielsachen nicht herum liegen zu lassen…jeden Tag zur gleichen Zeit? Tja…wie bitte das? So anspruchsvoll ist unser Standardstaubsauger nicht. Da sauge ich einmal hier, schubse das Kabel zur Seite und sauge weiter. Eigentlich sollte der Roboter ja Arbeit abnehmen und nicht mehr Arbeit machen. Eine automatische Einstellung kann ich mir da ja direkt von der Backe schmieren…

Nun muss der Roboter erst einmal zusammen gebaut werden. Das geht leicht und die Anleitung ist super ausführlich. Die Schutzfolien vom Transport ab, Akku rein klicken, die Seitenbürsten rein klicken und eigentlich ist er nun schon bereit für die Abfahrt.

Vor der Benutzung sollte Staubi aber erst einmal aufgeladen werden. Ganze 4 Stunden. Dafür muss man erst einmal einen geeigneten Aufstellungsort finden. Nach vorn sollen 1,5 Meter Platz sein, zu den Seiten 0,5 Meter.  Alle derartigen Orte sind bei uns entweder in der allerallerletzten Ecke oder aber sie liegen zentral im Haus, mitten im ortsbekannten Bobbycar-Parcours um unseren Esstisch herum. Ich habe mich nun für einen Aufstellort etwas abseits schräg entschieden, also wo man nicht direkt drauf tritt im Eifer des Bobbycar-Rennens, aber einigermaßen zentral.


Nebenbei kann man dann schon einmal die Fernbedienung studieren, die Ecovacs App aus dem App Store herunter laden und die Uhr stellen. Beim Bestätigen der Uhrzeit ist Staubi jedoch direkt los gefahren, die App sagt mir, der Akku ist fast voll, also hat er schon direkt eine Ehrenrunde durchs Haus gedreht.

Mit der Fernbedienung lässt sich die Uhr stellen, eine feste Uhrzeit einstellen, zu der der Roboter automatisch los fährt, sowie die verschiedenen Modi der Reinigung starten: Auto-Modus (=auch wenn man die Taste am Roboter selbst drückt), Randreinigung, Punktreinigung, Intensivreinigung (er fährt dann schneller) und zum WLAN verbinden und der Roboter nach Hause schicken. Außerdem gibt es Richtungstasten, mit denen man den Roboter auch manuell steuern kann.

Die Verbindung mit dem WLAN Netzwerk über die App hat nicht sofort geklappt, aber nach einigen Malen „Anstoßen“ der Netzwerkverbindung konnte ich in der App endlich den Roboter finden. Hier kann man ebenfalls die Möglichkeit, den Roboter zu steuern und in die verschiedenen Modi zu versetzen. Außerdem lässt sich hier eine Zeit einstellen, sowie ein Putzprotokoll aufrufen. Man kann also sehen, wie viele Minuten der Roboter wann unterwegs war. Außerdem kann man ablesen, wieviel Prozent ihrer Lebenszeit die Zubehörteile (Bürsten + Filter) noch vor sich haben, bevor sie ausgetauscht werden müssen. Eine Kartierung ist bei diesem Modell jedoch nicht dabei.

 

Nun aber zum Roboter und dem, was er so kann:

drückt man auf den Knopf (natürlich erst, nachdem man Hindernisse aus dem Weg geräumt hat wie z.B. die herunterhängende Gardine), fährt der Kleine brav los, die Seitenbürsten drehen sich, die Bürste unten ebenso und er saugt auch. Die Lautstärke ist angenehm genug, um sich nicht ablenken zu lassen, wie eine nachlüftende Mikrowelle etwa, das Gerumpel hört man mehr. Er fährt (im Auto Modus) total zufällig, so kann es sein, dass er eine Ecke 10 mal putzt, eine andere Stelle gar nicht. Er stößt gegen die eine Wand, dreht sich um ein paar Grad, fährt zurück. Ich konnte noch kein Muster erkennen, manchmal fährt er auch ein paar Zentimeter rückwärts und immer mit Dreh nach rechts etwas an der Wand entlang, dann irgendwann nicht mehr. Mal stößt er gegen die Stühle und Wände, mal hält er ein paar Zentimeter davor an und wendet. Mal wendet er auch auf freier Fläsche.

Große Körner werden manchmal aufgesaugt (bis zur Größe etwa einer Erdnuss kann er die Teile durchaus aufnehmen), manchmal jedoch auch von den Seitenbürsten durch die Gegend geschossen. Man denkt sich erst, das kann ja gar nix werden, doch nach seinen erstaunlichen zwei Stunden 15 Minuten, die er mit einer Akkuladung durch die Gegend fahren kann, ist in unserem ca. 40 Quadratmeter großen Küchen-Ess-Wohnzimmer kaum noch etwas zu sehen. Obwohl ich den Tag davor erst mit unserem Kärcher-Monster mit 2100Watt durch gesaugt habe, ist der Staubbehälter fast voll. Berührt man hinter Staubi den Boden, so fühlt man nur selten noch mal ein paar Krümel, es sieht dann auch wirklich ordentlich aus. Mit der Reinigungsleistung selbst bin ich voll und ganz zufrieden.


Wäre da nur nicht die wüste Fahrweise, sodass manche Stellen ausgelassen werden. Das hat ein wenig etwas, wie wenn meine Kinder auch mal staubsaugen wollen. An manchen Tagen gefällt ihm unser Schlafzimmer so gut, dass ich ihn nach einer Stunde aussperren muss, sonst würde er immer wieder hinein fahren.

Auch mit der Punktreinigung kommt man hier nicht so recht weiter. Sie ist einerseits zu klein (der schlimmste Dreck unter dem Tisch zieht sich über ca. 1,50m x 2m hin). Das Müsli wird bei der engen Spirale erst mal auf weitere 50cm Umkreis verteilt (weggeschossen), der Radius der Punktreinigung ist leider nicht groß genug, um das wieder einzusammeln, und kurioserweise findet man den Roboter auch mal zwei Meter entfernt, noch immer im Kreis fahrend, wieder. Meine Lösung hier ist jetzt, ihn unter dem Tisch einzusperren, denn durch die Stühle kommt er nicht durch.

Allerdings stellt sich hier dann wieder die Frage, was schneller geht. Ihn 20 Minuten unter dem Tisch einzusperren oder einfach in einer Minute kurz mit dem klassischen Staubsauger den Staub beseitigen?

Auch den Modus Kanten abfahren macht er ganz brav, immer im Kreis herum. Beim Intensivmodus ist er hörbar lauter, aber auch schneller. Die Absturzsensoren funktionieren so gut, dass ich ihn auch schnell mal den Schuhschrank oben drauf absaugen lassen kann. Er guckt dabei schon ein paar Zentimeter über, dass man Angst bekommt, legt dann jedoch brav den Rückwärtsgang ein.

Das gravierendste Problem bei uns ist jedoch das der Hindernisüberwindung. Der Roboter sollte selbständig in seinen fast 2 Stunden Betriebszeit die Wohnung reinigen, während ich am Schreibtisch ungestört meiner Arbeit nachgehe. Jedoch muss ich pro Stunde mindestens 10 mal, eher 20 mal runter laufen und den Roboter retten. Laut Ecovacs kann er Türschwellen von 1,6cm überwinden. Man sollte meinen, höhere Schwellen werden dann einfach als Hinternis gesehen, aber nein. Staubi rafft ganz einfach nicht, dass er da nicht rüber kommt. Immer und immer wieder versucht er eisern, doch irgendwie über die Türschwelle zum Hauswirtschaftsraum zu gelangen, oder im Wohnzimmer über die Füße des Wäscheständers, oder über den Fuß des Sessels im Zimmer meines Sohnes, oder auf die Fußmatte vorn. Und da er ja nicht nach System fährt, sondern völlig wirr, ist es spätestens alle 10 Minuten mal wieder so weit. Er liegt da oben auf dem Rohr des Wäscheständers und kommt weder in der einen noch der anderen Richtung wieder runter, und piept dann hilfesuchend. Teppichkanten mag er ebenfalls nicht.

Und das ist dann der Punkt, wo ich mich frage, wie viel Arbeit nimmt er mir denn nun ab?

Wo ich ihn sehr loben muss, und wo er wirklich Arbeit abnimmt, ist z.B. im Schlafzimmer unter dem Bett sowie in der Küche. Dort passt er nämlich super drunter, und dort wurde wohl seit Jahren nicht mehr so gründlich gesaugt, da man immer nur raten kann, wo sich die Staubsaugerdüse gerade befindet. Hierfür ist er wirklich hilfreich. Dieses ganze „auf den Boden legen und unter das Sofa gucken“ entfällt.

Und ja, wir gewöhnen uns aneinander, so stellt man inzwischen automatisch vor Aktivierung einen Stuhl auf die Schwelle, den Wäscheständer ganz an die Wand, eine gefüllte Wäschekiste auf den anderen Fuß des Wäscheständers und legt die Gardine hoch. Aber hübsch ist das so nicht, mit hoch gelegter Gardine und Stühlen im Haus verteilt.

Die Wischfunktion ist ein netter kleiner Zusatz. Man füllt dazu den Wasserbehälter mit dem 100ml fassenden Dosierbecher. Die ganzen 100ml passen nicht rein. Das Wasser wird dann über ca. 15-20 Minuten gleichmäßig an das Wischtuch abgegeben und zieht einen eher ungleichmäßigen feuchten Film hinter sich her. Wer von einen perfekt gewischten Boden träumt, ist hier definitiv falsch, aber wenn er immer ein bisschen wischt, dann ist es auf jeden Fall sauberer, als wenn er nicht wischt. Das Wasser ist jedoch leider wirklich schnell leer und das merkt man nicht sofort, wenn man ihn selbständig seine Arbeit verrichten lässt.

Nach getaner Arbeit = Akku leer (und ich möchte noch einmal seine Ausdauer loben!) ist er leiser, es drehen sich nur noch die Seitenbürsten und er sucht seine Ladestation. Und sucht. Und sucht. Das dauert auch schon mal so 10-15 Minuten, denn er sucht sie nach dem gleichen System, wie er reinigt. Mit gar keinem. Er muss schon zufällig, nachdem er alle Räume etwas durchsucht hat, in genauem Sichtkontakt zur Ladestation sein, damit er sie erkennt und dorthin fährt. Auch wenn er sie während der Reinigung schon dreimal umgefahren und von der Stelle geschoben hat, er merkt sich das nicht, wo sie war.

Dann muss der Staubsaugerroboter noch gewartet werden: der Behälter lässt sich leicht leeren und auch auf Playmobil-Teile überprüfen. Doch nun kommt das volle Ausmaß meiner 1 Meter langen Haare zum Vorschein: sie haben sich wild um die Hauptbürste und sogar die Seitenbürsten gewickelt. Und wenn die Kinder mal eine Schnur haben herum liegen lassen, dann auch die. Diese lassen sich von den Seitenbürsten sehr leicht entfernen, bei der Hauptbürste kommt hier das mitgelieferte Werkzeug mit einem kleinen Cutter dran zum Einsatz. Doch selbst hiermit ist es nicht leicht, überhaupt hinter die eng gewickelten Haare zu greifen, vor allem ganz an der Seite, wo sie hauptsächlich sitzen, kommt man nicht drunter. Nach einer Woche des Einsatzes sind etwa 3-5% der Lebensdauer der Bürsten „runter“.


Ich habe auch den Stromverbrauch überprüft. Wird der Staubsauger geladen, verbraucht er zwischen 13 und 15 Watt. Die Ladestation verbraucht durchgehend ca. 2,5 Watt. Auch Nachts mit aufgeladenem und angedocktem Staubsaugerroboter. Ich finde, hier könnte man bei Andocken und voller Ladung auch in einen ökonomischeren Standby-Modus schalten. Pro Tag habe ich, eingesteckt, etwa 0,1kWh verbraucht (inkl. Aufladen nach kompletter Reinigungsphase). Das sind im Jahr keine 40kWh und etwa 10€ Stromkosten im Jahr.

Zusammenfassung in Stichpunkten:

positiv:

  • Reinigungsleistung
  • Absturzsensoren
  • Optik
  • großer Staubbehälter
  • unglaubliche 2h 15 min Akkuleistung

negativ:

  • Hinderniserkennung / Festfahren
  • zufällige Fahrweise
  • Haare umwickeln die Bürste

Mein Fazit: es ist schon eine Arbeitserleichterung, das Prinzip „Staubsaugerroboter“ finde ich super, gerade an schwer zugänglichen Stellen (unter irgendwas), sodass nun ein „besserer“ auf meinem Test-Wunschzettel steht, der mit System reinigt.

Diesen hier würde ich aufgrund seines zufälligen Reinigungssystems und seines Umgangs mit Hindernissen nicht unbedingt weiter empfehlen, zumindest zu unserem Haushalt mit engen Passagen und vielen Gegenständen passt er nicht ganz. Für meine langen Haare muss ich recherchieren, wie andere Staubsaugerroboter hiermit umgehen können.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch ist trotz der Mängel spitzenmäßig!

Vor allem ist die Motivation größer, manche Dinge weg zu räumen, denn sonst kann er nicht fahren, sodass die Wohnung selbst dort, wo Staubi heute noch nicht war, deutlich ordentlicher aussieht. Er wird mir definitiv fehlen.

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